Personalmanagement design Projektrealisierung design Platon
» english
 
design design design
design
Vertragsformen
Geschäftsbedingungen
Archiv
17.06.09 Spende an Pro Waisenhäuser
24.04.09 Neu im Portfolio: Onsite Management
18.03.09 Dankesschreiben aus Myanmar
19.02.09 Neue Gebietsaufteilung Vertrieb
11.11.08 Erfolgreich auf der Job-Börse
15.12. Frohe Weihnachten
05.11.08 Aufbau eines Kinderheimes in Myanmar
09.09. Arbeitsagentur Frankfurt am Main
28.07. ROSA Engineering in den VDI Nachrichten
09.06. Strategische Partnerschaft - Osteuropa
26.05. News Intern
12.05. Wir verstärken unser Team!
Rechtshinweis
design
ROSA Engineering AG
Infos
Kontakt
Designelement

Seite weiterempfehlen
© ROSA Engineering AG 2011
 
 

Wunschkandidaten: Flexible, projekterfahrene Ingenieure


Arbeitsmarkt: Zeitarbeitsunternehmen kämpfen gegen den Fachkräftemangel

Die Zahlen sind dramatisch: Aktuell fehlen der deutschen Wirtschaft laut VDI und Institut der deutschen Wirtschaft rund 70 000 Ingenieure. Können Zeitarbeitsfirmen die Lücke schließen?

"Jeder Ingenieur ist attraktiv", sagt Dipl.-Ing. Holger Küster, Geschäftsführer der Manpower Professional Engineering GmbH in Köln. "Wir suchen sehr intensiv neue Mitarbeiter. Aktuell arbeiten 150 Ingenieure bei uns, das Durchschnittsalter liegt bei 35 Jahren." Mit steigender Tendenz vermittelt Manpower auch ausländische Ingenieure. Mit 1500 Beratern weltweit ist das Unternehmen mit den Sparten Engineering und Finance global aufgestellt.

Eher zögerlich sind die Mittelständler: Holger Küster glaubt, dass noch immer Berührungsängste gegenüber Personaldienstleistern bestehen, insbesondere bei der Personalvermittlung; doch langsam zeichne sich unter dem Druck des Fachkräftemangels eine Trendwende ab: "Vermehrt wenden sich auch kleinere Mittelständler an uns - sowohl für die projektbezogene Arbeitnehmerüberlassung als auch für die Vermittlung von neuen Stamm-Mitarbeitern."

Wenn sie denn zu finden sind. Die Zahl der Bewerber ist drastisch gesunken, ebenso drastisch sind die Anfragen nach Ingenieuren gestiegen. "Vor acht Jahren", erinnert sich Holger Küster, "musste ein Personaldienstleister mit vielen Bewerbern sprechen und dann den richtigen herausfinden." Heute seien die Personaldienstleister eher Karriereplaner für die Kandidaten, die dem großen Job-Angebot wählerisch gegenüberstehen können. Immer häufiger werben Unternehmen Zeitarbeitnehmer für das eigene Stammpersonal ab.

Für Michael Anhalt (33) ist Festanstellung in einem klassischen Unternehmen kein Thema. Er hat im vergangenen Jahr seinen Abschluss als Maschinenbauer an der TU Clausthal-Zellerfeld gemacht und gleich bei Manpower Professional Engineering angeheuert. Beruflich war für ihn entscheidend, dass er seine Kenntnisse flexibel bei unterschiedlichen Projekten und Unternehmen anwenden kann - obwohl er als Familienvater mit zwei Kindern auch möglichst viel zu Hause sein will. Also hat er mit seinem Arbeitgeber vereinbart, nicht weiter als 80 km von seinem Heimatort entfernt zum Einsatz zu kommen, damit er abends zu Hause sein kann. Bis jetzt klappt das.

Daniel Filipovski (30) kam im Sommer 2006 zu Adecco. Nach seinem Studium an der FH Wiesbaden, das er 2004 mit dem Diplom in Maschinenbau, Fachrichtung Fahrzeugtechnik abschloss, ging er zunächst zu einem Bus-Hersteller nach Mazedonien und machte sich danach in Deutschland selbstständig. Doch letztlich hatte er doch das Bedürfnis, in die Industrie zu gehen. Adecco bot ihm die Chance, bei einem Automobilhersteller in Rüsselsheim für ein auf drei Monate begrenztes Projekt einzusteigen. Aus den drei Monaten wurden nun fast zwei Jahre, die Übernahme durch den Adecco-Kunden ist nicht ausgeschlossen.

Bei Adecco S.A. stehen in Deutschland rund 320 Ingenieure unter Vertrag. "Die Zahl ändert sich praktisch täglich", sagt Annette Schmitt, Regionalleiterin Engineering Süd. Denn die Nachfrage sei enorm. "Die Ingenieure können sich fast aussuchen, zu welchem Unternehmen sie möchten."
Anfragen kommen sowohl von großen Konzernen als auch von mittelständischen Unternehmen, Schwerpunkte sind die Bereiche Elektrotechnik, Maschinenbau sowie Luft- und Raumfahrt. Zeitarbeitsverträge werden in Zukunft eine immer größere Rolle spielen, ist sich Annette Schmitt sicher: "Viele Unternehmen möchten ihre Personalzahlen flexibler handhaben." Flexibilität spielt auch bei der Qualifikation der Ingenieure eine Rolle, die Adecco sucht: Diese müssen nicht nur räumlich beweglich sein, sondern sich auch geistig auf unterschiedliche Projekte und Unternehmenskulturen einstellen können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei Adecco Engineering unbefristet eingestellt, die Verweildauer bei den verschiedenen Kunden beträgt mindestens sechs bis neun Monate. Zwei Drittel der Adecco-Ingenieure werden laut Annette Schmitt von den Unternehmen übernommen: "Wir sehen uns durchaus als ausgelagerte Personalabteilung, die Unternehmen bei der Rekrutierung unterstützt."

Auf dem Zeitarbeitsmarkt für Ingenieure tummeln sich auch kleine, spezialisierte Unternehmen, eins davon ist die Rosa Engineering AG im hessischen Mainhausen. Das Unternehmen bietet Ingenieur-Dienstleistungen auf dem Gebiet der Entwicklung, Planung und Realisierung von verfahrenstechnischen Industrieanlagen an und verfügt laut Vorstand Pawlos Charamis über einen Pool von mehreren hundert Ingenieuren.
Gesucht sind besonders Ingenieure mit umfassender Projekterfahrung. Dabei spielt das Alter keine Rolle, auch über 50-Jährige haben beste Chancen, vermittelt zu werden, sei es an "Global Player" oder mittelständische Unternehmen. Pawlos Charamis appelliert im Gespräch sehr bestimmt an die deutsche Politik, die Arbeitsmöglichkeiten für ausländische Spezialisten schnellstmöglich zu liberalisieren: "Die deutsche Wirtschaft profitiert von deren Know-how und deren Wertschöpfung."
Aber auch von der deutschen Wirtschaft fordert er ein Umdenken. In Großbritannien könne ein qualifizierter Zeitarbeits-Ingenieur deutlich mehr verdienen als hierzulande. Der Kunde suche qualifizierte Kräfte zu günstigen Preisen. Das sei ein "Sandwich", wie Pawlos Charamis den Spagat zwischen Kostendruck und Qualitätsansprüchen nennt, das die Vermittlung trotz steigenden Bedarfs erheblich erschwert.


Positiver stellt Joachim Multhaupt, Manager Technology bei Randstad Deutschland in Eschborn, die Verdienstmöglichkeiten dar. Randstad ist nach eigenen Angaben mit 530 Niederlassungen in über 300 Städten sowie einem Umsatz von über 1,62 Mrd. € (2007) der führende Personaldienstleister in Deutschland. Etwa 500 Ingenieure stehen bei Randstad Technology unter Vertrag, bei einer Gesamtzahl von rund 60 000 Mitarbeitern. Doch die Fluktuation ist hoch. "Wir haben", sagt Joachim Multhaupt, "seit 2004 einen Nachfrageboom bei hoch qualifizierten Mitarbeitern."

Wie die gesamte Zeitarbeitsbranche, kann auch Randstad nur einen kleinen Teil der Nachfrage befriedigen. Die Unternehmen suchen Mitarbeiter über Zeitarbeitsfirmen und stellen viele dann fest ein. "Wir verlieren pro Jahr rund 50 % unserer Ingenieure an unsere Kunden", beziffert Multhaupt die Wechselquote. Die Randstad Mitarbeiter würden häufig schon nach acht, neun Monaten Projektdauer vom Kunden übernommen. Diese Situation hat auch Folgen für die Gehälter.

"Ingenieure verdienen bei uns nicht schlechter, als wenn sie bei einem Großunternehmen einsteigen würden", betont Multhaupt, bei 35 000 € aufwärts liegen die Einstiegsjahreseinkommen für Berufsanfänger. Bis zu 60 000 € sind möglich. "Die Kunden achten nicht mehr auf den letzten Cent, wenn es um Qualifikation geht, was auch zur Folge hat, dass wir unsere Mitarbeiter besser bezahlen können." Dazu kommen bei Randstad Technology diverse Weiterbildungs- und Qualifizierungsprojekte (z. B. in Kooperation mit Siemens), die ein hohes Know-how-Niveau der Zeitarbeits-Ingenieure garantieren sollen.

Fazit: Personaldienstleister können den Mangel an Ingenieuren nicht beheben. Neben der niedrigen Absolventenquote an deutschen Unis ist ein wesentlicher Grund, dass Ingenieure aus Nicht-EU-Ländern hierzulande schlechte Karten haben. Wird eine Arbeitserlaubnis ausgestellt, dann bleibt die Zeitarbeit bzw. Arbeitnehmerüberlassung meist ausgeschlossen - ohne Rücksicht auf die Unternehmen, bei denen die Flexibilität im Personalbereich eine immer wichtigere Rolle spielt. Unisono fordern die Experten der Zeitarbeitsbranche, dass die Politik darauf reagieren müsse.

Auch wenn die Bundesregierung jüngst im Rahmen eines Aktionsprogramms ausländischen Spitzenkräften die Zuwanderung erleichtert - z. B. können Akademiker aus den neuen EU-Staaten ab dem 1. Januar 2009 ohne Vorrangprüfung nach Deutschland kommen - bleibt das Problem für die Zeitarbeitsbranche, dass die Arbeitnehmerüberlassung meist ausgeschlossen ist. Aber nur dann kann die Branche von dem Maßnahmenkatalog der Bundesregierung profitieren.
KLAUS HEID VDI Nachrichten vom 25. Juli 2008 Seite 20
design
design design
design
design design
   
Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Infoseiten |
Druckansicht Druckansicht